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Absturz der HB-ILA im Sudan

Am 15. Mai 1960 stürzte die Balair-DC4 HB-ILA auf einem Leerflug von Khartoum nach Jeddah in einem Gebirgszug im Sudan ab. Was war geschehen?

Die DC4-1009 HB-ILA wurde am 29. Mai 1959 von der Swissair übernommen. Es war die erste „grosse“ Maschine der Firma und der ganze Stolz.

Ein knappes Jahr später war sie im «Hadj-Geschäft» eingesetzt; ein Geschäftszweig, den die Balair während ihrer ganzen Existenz immer wieder beschäftigte. Sie flog dabei Pilger von Dakar nach Mekka – eine eigentliche Luftbrücke. Auf einem Leerflug von Jeddah nach Dakar musste sie u.A. in Khartum einen Fuelstop machen, und es war vorgesehen, dass sie dort auch einen Nightstop durchführen sollte. Die Crew entschied sich jedoch, gleich weiter nach DKR zu fliegen und dort einen Crewrest zu machen. (Der Untersuchungsbericht nennt allerdings ein Routing GVA-DKR-NIM-KRT-JED, aber es ist nicht mehr möglich herauszufinden, welche Version nun stimmt.)

Die Flugroute nach DKR führte durch ein von der ATC nicht kontrolliertes Gebiet mit einem Geradeausflug von ca. 2:30 und einer Groundspeed von 200-205kt auf 8’000ft, bevor sie beim Beacon «El Fasher» hätte auf 12’000ft hätte steigen sollen, um das «Djebel Marra»-Gebirge zu überfliegen.

Mehrere Gründe führten zur Katastrophe. 1. Die Crew errechnete aufgrund des erwarteten Gegenwinds eine Geschwindigkeit von lediglich 175-178kt, womit sie mit einer längeren Flugzeit bis zum Beacon rechneten. 2. flog die Maschine ein Heading mit einer Abweichung von 2-3°, wobei beide Gründe dazu führten, dass sie 4 Minuten schneller beim Gebirge und zudem mit einer Abweichung von 30nm südlich „ankam“. Dies führte zum Crash. Dies gemäss diesem Unfallbericht – Quelle unbekannt.

Die Sicht soll trotz der Nachtzeit nach überlieferten Aussagen sehr gut gewesen sein. Warum also flog die Maschine geradeaus und ohne auszuweichen geradewegs in den Berg hinein? Man kann darüber nur spekulieren: Die Crew verzichete in KRT auf einen Nightstop. War sie übermüdet, im Cockpit eingeschlafen, die ganze Cockpit-Crew? Oder war eventuell gar niemand im Cockpit? Solche Praktiken waren damals nicht ungewöhnlich!

Ein Bericht in der Basler Zeitung BaZ beschreibt diesen Fall so.

Am 24. Februar 1961, also ein Jahr danach, erschien der ausführliche Unfallbericht des «Eidgenössischen Post- und
Eisenbahndepartements, der Vorgängerin des Eid. Luftamtes, heute BAZL, welcher erstaunlich detailliert ist und obige These zumindest nicht ausschliesst. Der Unfallbericht kann hier heruntergeladen werden.

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